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    Test HTW Berlin, 2010
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Wann ist ein Plagiat ein Plagiat?

Viele Nutzer von PlagAware (und anderen Programmen für die Plagiatsprüfung) stehen vor der Frage, wie die Ergebnisse einer durchgeführten Plagiatsprüfung zu bewerten sind. Oder ganz konkret: Handelt es sich bei einem vorliegenden Text mit einem gewissen Prozentsatz kopierter Worte nun um ein Plagiat - oder nicht?

Leider gibt es auf diese so leicht erscheinende Frage keine allgemein gültige Antwort. Aus diesem Grund verzichten Systeme wie PlagAware meist darauf, eine Klassifizierung, wie etwa

  • Kein Plagiat
  • Vielleicht ein Plagiat
  • Wahrscheinlich ein Plagiat
  • Sicher ein Plagiat

vorzunehmen. Programme für die Plagiatsprüfung beschränken sich vielmehr in aller Regel darauf, darzustellen, in welchem Umfang Texte aus fremden Quellen übernommen und in welcher Art und Weise sie in einer vorliegenden Arbeit eingearbeitet worden sind.

Bei der finalen Bewertung der gefundenen Quellen wird jedoch stets die persönliche Einschätzung und Beurteilung eines Prüfers ausschlaggebend sein, welche von

  • den Vorgaben an die zu prüfenden Texte,
  • den Erfahrungen des Prüfers und
  • dem angestrebten (wissenschaftlichen) Niveau der Arbeiten

abhängt. So dürfte etwa an die Plagiats-Überprüfung einer schulischen Hausarbeit ganz andere Maßstäbe angelegt werden als an die Plagiatsprüfung einer Masterarbeit - und wieder andere als an die Plagiatsprüfung einer Dissertation oder Doktorarbeit.

In den folgenden Abschnitten wollen wir Ihnen deshalb einige Grundsätze und Hilfen an die Hand gaben, die Ihnen bei der individuellen Bewertung der gefundenen Quellen einer Arbeit helfen sollen.

Arten von Plagiaten: Strukturplagiate und Textplagiate

Zunächst ist es hilfreich, zwei unterschiedliche Arten von Plagiaten unterscheiden - und zu entscheiden, ob beide in gleichem Maße relevant sind.

  • Wenn im allgemeinen von Plagiaten gesprochen wird, versteht man darunter zumeist Textplagiate. Ein Textplagiat ist eine unveränderte Übernahme mehrerer Sätze, Abschnitte oder gar ganzer Seiten aus einer nicht angegebenen Quelle in die eigene Arbeit. Systeme für die Plagiatsprüfung wie PlagAware können diese Textplagiate zumeist problemlos erkennen und anzeigen, sofern die Quelle elektronisch öffentlich zugänglich ist. Dem Prüfer bleibt es überlassen, den Umfang und die Relevanz der Kopie zu begutachten - und eine Entscheidung bezüglich der Zulässigkeit des fraglichen Abschnitts zu fällen. Tipps hierzu werden in den nachfolgenden Abschnitten gegeben.
  • Strukturplagiate sind Plagiate des inhaltlichen Aufbaus - der Struktur - einer Arbeit. So könnte etwa eine vorliegende Masterarbeit keinen einzigen Satz aus einer früheren Arbeit kopieren, der generelle Aufbau, die Argumentation bis hin zu den Schlussfolgerungen jedoch vollständig abgeschrieben sein. Strukturplagiate sind erheblich schwerer zu entlarven, da Programme für die Plagiatsprüfung oftmals darauf ausgelegt sind, übereinstimmende Texte zu identifizieren.

Auch PlagAware wird ein vollständiges Strukturplagiat mit einem Prozentsatz kopierter Worte von "0% - Kein Plagiat" bewerten. Allerdings können die Algorithmen von PlagAware neben einem reinen Textvergleich auch Texte mit ähnlichem Inhalt aufspüren. Wird während einer Plagiatsprüfung mehrmals dasselbe Quelldokument aufgespürt, erscheint diese Quelle bei PlagAware in der Liste "Potentielle Quellen ohne Übereinstimmung". Der (inhaltliche) Vergleich dieser Quellen mit der vorliegenden Arbeit muss jedoch manuell vom Prüfer vorgenommen werden.

Prozentsatz kopierter Worte, Unterbrechungen und Überarbeitungen

Auch bei Textplagiaten werden Sätze oder Abschnitte zumeist nicht wortwörlich übernommen. Stattdessen werden Sätze umgestellt, einzelne Worte durch Synonyme ausgetauscht oder Zeitformen geändert. Dies geschieht in aller Regel, um das Plagiat stilistisch besser in die eigene Arbeit einzufügen oder um die Nutzung des Plagiats zu veschleiern - oder beides. Überarbeitete Textplagiate werden daher auch als "Verschleierte Plagiate" oder "Paraphrasen-Plagiate" bezeichnet.

Die Plagiatsprüfung von PlagAware kann in vielen Fällen auch stark überarbeitete verschleierte Plagiate erkennen und anzeigen. Besonders hilfreich ist hierbei der grafische Textvergleich, der eine direkte Bewertung der Paraphrasierung ermöglicht:

Grafischer Textvergleich einer Plagiatsprüfung mit Plagaware

Der Umfang der plagiierten Abschnitte und der Grad der Überarbeitung werden durch die drei Kenngrößen Prozentsatz, Anzahl kopierter Worte (MW : Matching Words) und Anzahl der der kopierten Phrasen (MP: Matching Phrases) beschrieben.

  • Anzahl kopierter Worte. Dieser Wert gibt an, wie viele Worte unverändert aus einer oder aus mehreren Quellen übernommen wurden. Die Anzahl der Quellen und die Verteilung der Quellen auf den Text spielt dabei keine Rolle. Finden sich beispielsweise in einem Text beliebiger Länge 250 Worte, die auch in anderen Quellen gefunden wurden, so wird Anzahl der kopierten Worte den Wert "250" annehmen.
  • Prozentzsatz kopierter Worte. Dies ist der prozentuale Anteil der kopierten Worte bezogen auf die Gesamtanzahl aller Worte des geprüften Texts. Für einen Text mit einer Länge von 1000 Worten ergibt sich bei obigem Beispiel von 250 kopierten Worten also ein Prozentsatz von 25% - ein ganzes Viertel des Texts wurde also von anderen Quellen kopiert. Auch hier ist die Anzahl der Quellen und die Verteilung der kopierten Abschnitte innerhalb der Arbeit unerheblich.
  • Anzahl kopierter Phrasen. Dieser Wert spiegelt wider, auf wie viele Phrasen sich eine gefundene Quelle auf den geprüften Text verteilt. Unter einer Phrase versteht man einen zusammenhängenden kopierten Abschnitt dieser Quelle, wie etwa einen Satz oder mehrere Worte. Ein Beispiel: Aus einem Wikipedia-Artikel werden 100 Worte kopiert, und zwar 20 Worte aus der Einleitung und 80 Worte aus dem Hauptteil des Artikels. Zwischen beiden Phrasen wurden in der geprüften Arbeit eigene Texte eingefügt. Die Anzahl der kopierten Phrasen ist hier zwei, die Anzahl der kopierten Worte 100.

Tipps und Richtlinien zur Bewertung der Plagiatsprüfungen

Wie bereits erwähnt, bleibt die Bewertung einer durchgeführten Plagiatsprüfungen zu einem erheblichen Teil im Ermessensspielraum des Prüfers. Dennoch können einige Tipps helfen, eine vergleichbare und objektivere Bewertung zu ermöglichen:

  • Schließen Sie Quellen, die korrekt zitiert wurden, von der Plagiatsprüfung aus. Dies verfälscht die Gesamtaussage, da ordnungsgemäße Zitate selbstverständlich zulässig sind und nicht in die Bewertung einfließen sollen. Bei PlagAware werden manuell ausgeschlossene Quellen übrigens stets im Ergebnisbericht angezeigt.
  • Zur Bewertung von einzelnen Quellen ist die absolute Anzahl der kopierten Worte wichtiger als der prozentuale Anteil. Letztlich spielt es keine Rolle, wie lang die geprüfte Arbeit ist: Eine nicht angegebene Quelle von "signifikantem" Umfang ist und bleibt ein Verstoß gegen die gute wissenschaftliche Praxis. Bezüglich der "Signifikanz" einer kopierten Quelle gibt es verschiedene Meinungen. Als Richtwert schlagen wir vor:
    • weniger als 50 kopierte Worte: Nicht Signifikant
    • zwischen 50 und 100 kopierte Worte: Ermessensspielraum
    • mehr als 100 kopierte Worte: Signifikant
  • Zur Bewertung der Gesamtarbeit sollte der prozentuale Anteil der kopierten Worte herangezogen werden. Bezüglich der Signifikanz gehen auch hier die Meinungen naturgemäß auseinander. Beachten Sie aber auch hier, dass korrekt zitierten Quellen ausgeschlossen werden müssen, um keine falsch positiven Ergebnisse bei der Plagiatsprüfung zu erhalten. Als Richtwert schlagen wir vor:
    • weniger als 1 Prozent: Nicht Signifikant
    • zwischen 1 und 5 Prozent: Ermessensspielraum
    • mehr als 5 Prozent: Signifikant
  • Wie andere Programme für die Online-Plagiatsprüfung von Texten kann PlagAware (mit Ausnahmen) nur auf Quellen zurückgreifen, die öffentlich verfügbar sind. Oftmals sind jedoch auh von kostenpflichtigen und geschützten Inhalten Zusammenfassungen oder Auszüge frei zugänglich. Sie sollten misstrauisch werden, wenn PlagAware Fundstellen dieser wissenschaftlichen Abstracts oder Zusammenfassungen von Hausarbeiten-Portalen meldet. Gegebenenfalls macht es Sinn, die entsprechenden Volltexte zu erwerben und Ihrer Bibliothek hinzuzufügen. Sie können dann die Plagiatsprüfung unter Berücksichtigung dieser Texte kostenlos aktualisieren.
  • Im Rahmen des Ermessensspielraums sollte die Frage beantwortet werden, ob bei einer nicht zitierte Quelle eine Täuschungsabsicht vorliegt - oder nicht. Einen Hinweis auf eine Täuschungsabsicht gibt die Paraphrasierung, also der Grad und die Art und Weise der Verschleierung. Hierfür ist die Kenngröße "Anzahl kopierter Phrasen" ein wichtiges Indiz. Zusammen mit der grafischen Übersicht des Textvergleichs kann sehr leicht entschieden werden, ob die Quelle wissentlich und absichtlich überarbeitet wurde, um die Herkunft des Texts zu verschleiern. Räumen Sie diesen verschleierten Plagiaten mehr Gewicht ein als Quellen, die gegebenenfalls versehentlich oder unvollständig zitiert wurden.
  • Falls Sie Plagiatsprüfungen durchführen, um Urheberrechtsverletzungen aufzuspüren: Denken Sie daran, dass das Urheberrecht nur für konkrete Formulierungen gilt. Ein paraphrasiertes Plagiat ist im urheberrechtlichen Sinne kein Plagiat, sondern eine Neuformulierung des Ausgangstextes und damit in der Regel rechtlich nicht angreifbar.
  • Besprechen Sie Grenzwerte für sicher zulässige und sicher nicht zulässige Kenngrößen in Ihrem Kollegium, um eine Vergleichbarkeit der Plagiatsprüfungen in Ihrer Institution zu ermöglichen. Benutzen Sie dafür konkrete Beispiele und Ergebnisberichte.

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